Noch traut sich das Gros der InsurTech-Szene nicht an den Kern des Versicherungsgeschäft. Gerade im Betrieb sehen Nikolai Dördrechter, Geschäftsführer von Policen Direkt, und Dietmar Kottmann von Oliver Wyman immenses Potenzial. Ein immenser Hebel, mit dem InsurTech die Wertschöpfung beeinflussen könnten, wäre demnach die Schadenbearbeitung.
Im einem aktuellen Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung propagieren die beiden die Erweiterung des Geschäftsmodells. „Nicht die digitalen Reisebüros waren in der Tourismusindustrie disruptiv, sondern Airbnb, das etwas völlig Neues auf Angebotsseite gemacht hat“, wird Kottmann zitiert.

Er führt weiter aus, dass in Schweden heute schon 40 Prozent der Schäden nicht finanziell, sondern durch Ersatz beglichen werden. „Es gibt viele Beispiele, in denen Probleme der Kunden gelöst werden, indem man ihnen ein vergleichbares Produkt anbietet“, sagt Dördrechter. Geht der Fernseher kaputt, schickt der Versicherer einen Link und das Ersatzgerät kann bequem per Klick bestellt werden – inklusive Installateur. „Der Vorteil für den Versicherer ist, dass er dann sogar noch die Händlermarge vereinnahmt.“
Dass die aktuellen Player hauptsächlich im Vertrieb ansetzen hat für Dördrechter einen triftigen Grund: „Die Investorenszene kommt aber überwiegend aus der E-Commerce-Welt“, sagt Nikolai Dördrechter, Geschäftsführer des Lebensversicherungs-Aufkäufers Policen Direkt. „Sie überträgt ihre Ideen konzeptionell auf ein anderes Segment. Hier fühlen sich die Investoren wohl und erkennen die disruptive Kraft der Digitalisierung.“

Der von Policen Direkt gemeinsam mit Oliver Wyman veröffentlichte InsurTech-Radar kommt ebenfalls zur Sprache.
Weitere Statements im Artikel der FAZ zur Disruption in der Versicherungswirtschaft kommen von Harald Rosenberger, Global Head of Innovation bei der Munich Re, von Jens Hasselbächer, Vorstand für Vertrieb in der Schaden-Unfallversicherung bei der Axa, und Schaden-Vorstand Frank Hüppelshauser.

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